Samstag, 6. Oktober 2012
Kampala
Kampala ist die Hauptstadt von Uganda mit über 2,5 Mio. Einwohnern. Ganz verschiedene Wohngebiete können wir dort antreffen, elegante schöne Häuser, Baracken, Hochhäuser, Slums, Häuser bedeckt mit Ziegelsteinen, Blech oder einfach mit Stroh.

Die Menschenmenge auf den Strassen ist enorm gross, sei es indem sie laufen, sitzen und betteln, mit dem Motorrad, Fahrrad oder Auto fahren oder nah an den Strassenrändern ihre Lebensmittel, Toilettenpapier, Telephonkarten etc. verkaufen.
Unendlich viel Betrieb und Gedränge ist hier in der Stadt, also kein Ort zum relaxen. Dafür ist der Raum wo wir wohnen dürfen umso schöner, mit ganz tollem Blick auf den Victoriasee. Der Platz ist wirklich eine Oase.

Wir sind hier in Kampala für eine Woche, da wir an zwei verschiedenen Orten Familien haben, die beide zu ihren eigenen Kindern noch Waisenkinder betreuen. Dazu gehört auch ein Office, indem eine Mitarbeiterin (Innocent) , die schriftlichen Arbeiten erledigt.
Es ist uns ein Anliegen, dass wir in dieser Zeit in Kampala genügend Zeit haben mit Innocent zu arbeiten, Fragen, die von ihrer und unserer Seite auftauchen zu beantworten oder zu klären. Ein "Parentsday" ist u.a. geplant, den wir versuchen, intensiv mit diesen beiden "Pflegeeltern" zu verbringen. Dazu gehört natürlich ein gutes einheimisches Essen, eigentlich ein Buffet mit Reis, Maisbrei, Bohnen, Fleisch, Gemüse (ähnlich dem Spinat zuhause) und Früchte. Wir lieben das Essen hier, besonders der Reis und die Früchte schmecken viel intensiver und auf dem Feuer gekocht ist alles nochmals viel besser.

Die Familien haben viele Fragen bezüglich Zukunft der Kinder. Alle wollen studieren auch wenn sie schul- und notenmässig sich das gar nicht leisten können. "Handarbeit und kreativ sein" ist nicht mehr ganz so in und somit brauchen wir von unserer Seite her Zeit zum Zuhören, aber auch Zeit um die Arbeitslage aufzuzeigen. Viele Studierende haben nach ihrem Studium keine Arbeit, leben in Schulden und sind schlussendlich irgendwo auf der Strasse. Durch die Medien wird vieles von Amerika und Europa übertragen und die Menschen hier möchten das auch erreichen was sie sehen und hören - kann man ja irgendwo auch verstehen.

In dieser Woche bringen wir auch einen Jungen von Lira ins Krankenhaus der Christopher Blindenmission. Vor einigen Jahren hatte er das Bein gebrochen, das dann aber nicht richtig behandelt wurde. Immer wieder hat er Schmerzen und eitrige Wunden und ihm wurde gesagt, dass ihm irgendwann das Bein amputiert werden muss. Ich behandelte täglich seine Wunden, aber als ich das in seinen Unterlagen las, kam der Gedanke, dass es doch noch andere Lösungen geben muss. Wir kamen in Kontakt mit Mitarbeiter dieser Klinik, die uns ermutigten ihn zu bringen. Heute hat er nun die Operation und wir wünschen "Kenneth" und beten dafür, dass sein Bein wieder gesund und erhalten bleiben darf.
In dieser Woche haben wir Sonne und Regen, so erleben wir es auch in den Geschichten der Menschen hier, viel Schönes, aber auch viel Trauriges und es ist gut, wenn darüber gesprochen werden kann, Tränen vergossen werden und irgendwann auch wieder gelacht werden kann - das ist Leben


seid lieb gegrüsst
Urs und Ursula



Dienstag, 18. September 2012
DANKE!
Vor unserer Ausreise nach Uganda bekamen wir von jemandem eine „Pilger-Apotheke“. Darin enthalten sind keine Notfalltropfen oder Tabletten, sondern es ist „Medizin“ für die Seele mit hilfreichen und ermutigenden Sprüchen und Worten. Gestern z.B. war nur das Wort „danke“ auf dem Kärtchen und somit möchte ich auch gerade diesen Eintrag unter dieses Thema „danke“ stellen.
Letzte Woche waren wir in Dörfern ca. 40 km außerhalb von Lira und besuchten 4 verschiedene Schulen.

Für die Bewahrung auf der nicht allzu guten und wegen des Regens auch rutschigen Straße mit vielen Löchern, waren wir sehr dankbar.

In diesen Schulen besuchten wir die Waisenkinder, die von GHU finanziell unterstützt werden, aber bei Verwandten wohnen können. Auch mit den Lehrern hatten wir Gespräche und sie meinten, dass die Situationen in den Dörfern und den Familien dieser Kinder eher schwierig sei, da sie doch ohne Eltern aufwachsen. Die Geschichten, die wir hörten machen einen traurig und manchmal hätte ich gerade losheulen können. Andererseits machte es uns auch wieder dankbar für unser zuhause, unser Land und für die medizinische Hilfe, welche es wiederum dort kaum gibt. Wir hatten Einsicht in verschiedene Klassenzimmer, wo es manchmal 80-100 Kinder hat, die eng zusammen oder manchmal fast aufeinander saßen. Es gab auch Räume ohne Stühle und Tische und die Kinder saßen ganz einfach auf dem Boden. Andere Kinder saßen mit ihren Lehrern draußen unter dem Mangobaum und hatten dort ihren Unterricht.

Wir dachten dabei auch an unsere Schulzeit, unserer Kinder und Enkelkinder. Wie gut hatten / haben wir es doch! Danke Euch Lehrer für eure Arbeit! An allen Orten fragten uns die Lehrer, ob wir nicht noch mehr Möglichkeiten für Waisenkinder hätten, denn es gebe immer mehr infolge von Aids.
Dankbar sind wir für das vergangene Wochenende! Urs und ich waren fest eingeplant mit biblischer Geschichte erzählen, die dann später von den Kindern mit Begeisterung aufgeführt wurde. Dann hatten wir verschiedene Spiele und am Schluss haben wir am Feuer Stockbrot gebacken.

Das war sehr interessant, denn die Kinder, auch die etwas schüchternen begannen plötzlich mitzureden und zu erzählen. Es war einfach eine ganz andere Atmosphäre als wenn wir zusammen am Tisch oder woanders sitzen.
Dankbar sind wir für Sonne und Regen, das momentan in einem guten Verhältnis zueinander steht. Tagsüber ist es meistens schön und sonnig und am Abend kommt dann der Regen, wobei es auch ganz heftige Gewitter geben kann und der Strom dann auch gleich weg ist. Aber irgendwann ist ja auch Feierabend angesagt und so ist es gut geregelt!
Dankbar sind wir für unsere Gesundheit. Seitdem wir hier sind haben weder Durchfall noch sonstige Magengeschichten uns „überfallen“. Keine Malaria (DANKE) , keine Wunden und keine Knochenbrüche, obwohl es mich mal in Onkel Toms Hütte so richtig auf den Hintern gehauen hat!!
Auch Euch, die Ihr uns immer wieder mal Email schreibt oder über WhatsApp Verbindung aufnehmt, ein ganz fettes „DANKE“

Herzlichst Eure
Urs und Ursula