Seit wir hier sind, leistet unser Hirn Grossarbeit. Wir sind viel am lernen! Was in unserem "Alter" doch noch alles geht!! Ja, was lernen wir denn? Wir möchten ja die Kinder, mit denen wir zusammen sind, beim Namen ansprechen, somit müssen wir sie uns genau anschauen und dann versuchen, ihnen hoffentlich den richtigen Namen zu geben. Die Mitarbeiternamen haben wir jetzt schon intus, aber bei den Kindern haben wir manchmal das Gefühl, dass sich doch einige ähneln, denn unter der Gruppe gibt es auch Geschwister und Zwillinge. Dann ist ja die englische Sprache auch nicht die Muttersprache von den Afrikanern und somit müssen wir, ich denke gegenseitig, lernen, die Wörter gut auszusprechen, damit wir einander verstehen. Dann gibt es ja auch eine einheimische Sprache, die "Luo" heisst. Gar keine einfache Sprache zum lernen. Doch ist es schön, wenn wir doch so die wichtigen Wörter oder Sätze lernen, damit wir auch mal hier,unterwegs oder auf dem Markt auf ihre Sprache "Hallo = kopangoo", oder "vielen Dank = apoyo matek" sagen können. Oder wenn ich jemanden fragen will "wie geht es Dir, heisst das "tieningo"? "Tiabeer" = es geht mir gut. Da gibt es aber noch mehr zu lernen: unser persönliches Verhalten bringt die Afrikaner manchmal schon zum lachen oder zum staunen und da müssen wir lernen, was "dürfen" wir machen und was nicht. Z.B. ist mir bei der gemeinsamen Teepause etwas vom Brot auf den Boden gefallen. Da ich es nicht wegschmeissen wollte habe ich es aufgehoben und einfach in den Mund gesteckt. Dies war für sie schon sonderbar, da man die Dinge, die auf den Boden fallen wegschmeisst. Dann am Ende dieser Pause hat Urs alle Tassen und was sonst noch auf dem Tisch stand weggenommen und in die Küche gebracht. Da haben alle schallend begonnen zu lachen - das sei doch keine Männerarbeit! Ja manchmal tappen wir schon ins Fettnäpfchen, aber wir möchten lernen.
Urs lernt vieles in der Büroarbeit, ich im Bereich der Wundversorgung, Krankheitsbild und in den Wartezeiten in den Spitälern, auch diese Zeiten müssen gelernt werden, sie auszuhalten. Gemeinsam haben wir gelernt, was es heisst, wenn die Kinder nach den Ferien wieder in die Schule gehen. Darüber schreibt Urs jetzt einige Sätze:
Da wir ja in Lira sind betrifft es die Situation hier vor Ort. Wir haben ja hier in Lira das Kinderheim mit 3 Häusern und somit Platz für 36 Kinder. Dann sind auch die ca. 80 Kinder im FEP Familien Ermutigungs Programm, welche von zu Hause aus in die Schule gehen. Diese Kinder wohnen meist bei einem Teil der leiblichen Eltern oder bei Verwandten. Für alle diese Kinder haben wir in der Woche vor Schulbeginn Autoladungen voll Schulmaterial eingekauft Verteillisten neu erstellt und dann dieses Schulmaterial an die Kinder verteilt teilweise im Heim, aber dann auch in den Schulen oder wo die Kinder zur Schule gehen, in der Stadt Lira oder in Schulen in den Dörfern. Das war eine Aktion und ist noch nicht abgeschlossen. Nächste Woche gehts dann in den "Busch". Ich habe zusammen mit Joel, dem FEP Mitarbeiter von GHU schon einige Schulen und Colleges besucht. Wir haben mit Schulleitern und Headmastern gesprochen, uns vorgestellt und Schulgeld ( schoolfee ) in Form von Checks oder cash für die Kinder bezahlt. Viele Kinder sind sogenannte Boarders, d.h. sie leben an der Schule, das hat einen grossen Vorteil. Sie sind weniger abgelenkt, haben abends und samstags noch weitere Unterrichtsstunden, das wirkt sich auf das Zeugnis aus, das oft besser ausfällt. Gestern kam ein Junge zu mir ins Büro, er ist von 90 Kindern der beste in seine Klasse, super, oder?

Die Schule

Das noch leere Klassenzimmer

Die Schulkinder kommen

Ist das nicht süß
Liebe Grüße aus Uganda
Ursula und Urs
ursundursula am 06. September 12
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2 Kommentare
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Vielen Dank für die anschaulichen und interessanten Einträge... Einfach toll!!!
PS. Mir wird schon bei der Vorstellung soviele Gesichter und Namen ... lernen zu müssen schwindelig! Wünsche Euch viel Erfolg :-)
lg Waltraud
... vom namen und gesichter lernen kann ich auch ein lied singen! wünsch euch viel geduld & ausdauer und vor allem positiv prägende begegnungen! lieben gruss aus basel, vera