Kampala
Kampala ist die Hauptstadt von Uganda mit über 2,5 Mio. Einwohnern. Ganz verschiedene Wohngebiete können wir dort antreffen, elegante schöne Häuser, Baracken, Hochhäuser, Slums, Häuser bedeckt mit Ziegelsteinen, Blech oder einfach mit Stroh.

Die Menschenmenge auf den Strassen ist enorm gross, sei es indem sie laufen, sitzen und betteln, mit dem Motorrad, Fahrrad oder Auto fahren oder nah an den Strassenrändern ihre Lebensmittel, Toilettenpapier, Telephonkarten etc. verkaufen.
Unendlich viel Betrieb und Gedränge ist hier in der Stadt, also kein Ort zum relaxen. Dafür ist der Raum wo wir wohnen dürfen umso schöner, mit ganz tollem Blick auf den Victoriasee. Der Platz ist wirklich eine Oase.

Wir sind hier in Kampala für eine Woche, da wir an zwei verschiedenen Orten Familien haben, die beide zu ihren eigenen Kindern noch Waisenkinder betreuen. Dazu gehört auch ein Office, indem eine Mitarbeiterin (Innocent) , die schriftlichen Arbeiten erledigt.
Es ist uns ein Anliegen, dass wir in dieser Zeit in Kampala genügend Zeit haben mit Innocent zu arbeiten, Fragen, die von ihrer und unserer Seite auftauchen zu beantworten oder zu klären. Ein "Parentsday" ist u.a. geplant, den wir versuchen, intensiv mit diesen beiden "Pflegeeltern" zu verbringen. Dazu gehört natürlich ein gutes einheimisches Essen, eigentlich ein Buffet mit Reis, Maisbrei, Bohnen, Fleisch, Gemüse (ähnlich dem Spinat zuhause) und Früchte. Wir lieben das Essen hier, besonders der Reis und die Früchte schmecken viel intensiver und auf dem Feuer gekocht ist alles nochmals viel besser.

Die Familien haben viele Fragen bezüglich Zukunft der Kinder. Alle wollen studieren auch wenn sie schul- und notenmässig sich das gar nicht leisten können. "Handarbeit und kreativ sein" ist nicht mehr ganz so in und somit brauchen wir von unserer Seite her Zeit zum Zuhören, aber auch Zeit um die Arbeitslage aufzuzeigen. Viele Studierende haben nach ihrem Studium keine Arbeit, leben in Schulden und sind schlussendlich irgendwo auf der Strasse. Durch die Medien wird vieles von Amerika und Europa übertragen und die Menschen hier möchten das auch erreichen was sie sehen und hören - kann man ja irgendwo auch verstehen.

In dieser Woche bringen wir auch einen Jungen von Lira ins Krankenhaus der Christopher Blindenmission. Vor einigen Jahren hatte er das Bein gebrochen, das dann aber nicht richtig behandelt wurde. Immer wieder hat er Schmerzen und eitrige Wunden und ihm wurde gesagt, dass ihm irgendwann das Bein amputiert werden muss. Ich behandelte täglich seine Wunden, aber als ich das in seinen Unterlagen las, kam der Gedanke, dass es doch noch andere Lösungen geben muss. Wir kamen in Kontakt mit Mitarbeiter dieser Klinik, die uns ermutigten ihn zu bringen. Heute hat er nun die Operation und wir wünschen "Kenneth" und beten dafür, dass sein Bein wieder gesund und erhalten bleiben darf.
In dieser Woche haben wir Sonne und Regen, so erleben wir es auch in den Geschichten der Menschen hier, viel Schönes, aber auch viel Trauriges und es ist gut, wenn darüber gesprochen werden kann, Tränen vergossen werden und irgendwann auch wieder gelacht werden kann - das ist Leben


seid lieb gegrüsst
Urs und Ursula